Urlaub, Weihnachten und vieles mehr!

Ein Blick auf den Kalender und ich bin baff, es ist schon März! Die Zeit hier in Namibia vergeht echt rasend schnell, jetzt bin ich schon seit über einem halben Jahr hier und sogar unserer Nachfolger haben sich auch schon bei uns gemeldet, an dieser Stelle ganz liebe Grüße an Maike und Colin!

Seit dem letzten Blogeintrag ist so viel passiert und ich habe echt super viel erlebt! Daher hoffe ich, dass ihr mir nicht allzu böse seid, dass der Blogeintrag ein bisschen länger ausfallen wird, ich versuche das mit einer großen Anzahl von Bildern wett zu machen.

Die letzten Arbeitswochen

Fangen wir Ende November Anfang Dezember an. In Namibia ist es so, dass die Schüler der Klassen 4-10 am Ende des Terms die sogenannte „Exam time“ haben, in der sie ihre Examen für alle Fächer schreiben. In diesem Zeitraum hatten wir nur die Klassen 1-3 im P.E. Unterricht und auch das Fußballtraining nachmittags fand nicht statt, da die Kinder diese Zeit zum Lernen nutzten. Daher ging es für uns ab den 20. November etwas ruhiger zu und wir nutzen diese Zeit zur Unterrichts-, Trainings- und Urlaubsplanung. In der letzten Woche vor den Ferien hatten wir dann noch Besuch von Sarah und Tobias, den beiden ASC-Freiwilligen aus Ruacana. Wir zeigten ihnen Eenhana, stellten sie den anderen Lehrer vor und verbrachten zusammen mit ihnen eine schöne Zeit! Die letzte Schulwoche verging schnell, die meisten Lehrer waren mit der Erstellung der Zeugnisse beschäftigt, sodass die Kinder nicht zur Schule kommen mussten. Am letzten Schultag wurden die Zeugnisse vergeben und es war echt schön die glücklichen Kindern zusehen, welche sich auf die langersehnten Ferien freuten.

Die erste Ferienwoche boten Louis und ich ein Ferienprogramm an. Mit den Jungs und Mädels spielten wir dann meistens Fußball und am letzten Tag gingen wir sogar ins „Monte Carlo“ (Guesthouse in Eenhana) schwimmen. Insgesamt war es ein super Ferienprogramm, welches viel Spaß bereitet hat!

Nordi-Tour

Danach ging es dann schon nach Windhoek wo unsere „Nordi-Tour“ starten sollte. Wir, die Nord-Crew bestehend aus Louisa, Kilian (Ongwediva), Sarah, Tobias (Ruacana), Jeanine und mir, fuhren am 15.12 zusammen mit anderen ASC-Freiwilligen (Helena, Marie, Johanna, Mathilda, Lenni und Lasse) in insgesamt drei 4×4 Toyota Hilux mit jeweils zwei Dachzelten los.

Wir hatten eine echt ambitionierte Route, die uns durch Botswana (Moremi und Chobe Nationalpark, Kasane) nach Sambia (Victoriafälle) und dann über Katima zurück nach Nambia führen sollte. Schon am zweiten Tag kam es zu einem echt blöden Ereignis. Im südlichen Afrika sind die Taxifahrer für ihren teils sehr gewöhnungsbedürftigen Fahrstil bekannt und so kam es wie es kommen musste. Wir fuhren hintereinander in Kolonne als plötzlich ein Taxifahrer vor unserem ersten Auto abrupt abbremste und das dritte Auto von uns nicht mehr rechtzeitig genug abbremsen konnte und somit auf das Heck unseres zweiten Autos auffuhr. Nachdem es mehrere Telefonate mit der Autovermietung gab und der Unfall von der Polizei aufgenommen wurde, war klar, dass wir unsere Tour nur noch zu zehnt anstatt zu zwölft und in zwei anstatt drei Autos fortsetzen könnten. Daher fuhren Lennart und Lasse am dritten Tag der Reise schon wieder zurück (das Auto wurde selbstverständlich abgeschleppt). Mit getrübter Stimmung setzten wir unsere Reise fort, wurden aber durch die tollen Tiere in den beiden atemberaubenden Camps wieder fröhlicher gestimmt. Wenn es ein Tier in Botswana gab was man fast überall sah, dann waren es Elefanten!

Wer jetzt dachte der Unfall war das einzige negative Ereignis des Urlaubs im Zusammenhang mit Autos, den muss ich leider enttäuschen. Nachdem wir in zwei echt tollen Camps übernachtet hatten und viele Tiere in Botsuanas Nationalparks sehen konnten, ging es für uns Richtung Grenzübergang nach Sambia.

Dort verbrachten wir gut zehn Stunden, da Dokumente für eins unserer Autos fehlte, welches uns eigentlich durch unsere Autovermietung zugesichert wurde. Nach unzähligen Telefonaten und Gesprächen mit Personen vor Ort und der Hilfe von Emmanuel (unser Travel Agent an der Grenze) kamen wir dann doch noch über die Grenze und nach Livingstone.

 

Für die Victoriafälle hatten wir nur einen Tag eingeplant und ich glaube an diesem Tag hatten wir einfach echt unglaubliches Glück, dass es noch einen Tour-Guide gab der uns über das Geländer der Victoriafälle führte. Obwohl diese im Dezember weniger Wasser führen als in anderen Monaten war es echt sehr imposant, die Gischt des Wasserfalls war auch noch in mehreren hundert Metern entfernen zu spüren. Der Guide führte uns sogar zu den sogenannten „Devils Pool“ einen natürlichen Pool direkt am Rand des Wasserfalls. Der Weg dahin war, besonders für mich eine sehr großer Herausforderung, denn es ging über eine schmale Mauer im Fluss, das heißt von der einen Seite kommt Strömung und man wenn man die Balance verlieren würde, landet man im Wasser. Nach einigen schweißgebadeten Minuten, die mir wie Stunden vorkamen, waren wir dann endlich angekommen und es hatte sich echt gelohnt, es war atemberaubend direkt an der Kante des Wasserfalls zu stehen!

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Wie man eventuell sieht,, war es sehr warm und schwül.

Nach einer Übernachtung in einem tollen Camp, wo wir sogar DFB-Pokal schauen konnten (!) sollte es am nächsten Tag wieder Richtung Namibia gehen. Doch eines verfolgte uns gefühlt die gesamte Tour – Probleme mit den Autos. Nachdem das eine Auto schon die letzten Tage komische Geräusche gemacht hatte, brauchte es auf den Weg zur Grenze (als asphaltierte Straße beschrieben, wobei der Fakt, dass alle 10m ein Schlagloch kommt außenvorgelassen wurde) häufiger Starthilfe. Als wir es dann mit Hilfe eines Locals (riesiges Dankeschön an Artson!) über die Grenze schafften, fiel uns allen ein Stein vom Herzen endlich wieder in Namibia zu sein. Durch die doofe Situation des einen Autos (der Dynamo/Generator war kaputt) wurden dann die Route verändert und die Gruppe getrennt, sodass ein Teil der Gruppe (Helena, Johanna, Sarah, Louisa und Mathilda) mit einem Taxi mit Zwischenstopp in Rundu nach Walvisbay fuhren und Kilian, Tobias, Jeanine, Marie und ich erst die Sache mit dem kaputten Auto regelten und dann mit dem verbliebenen Auto nach Windhoek fuhren. Insgesamt fand ich den Urlaub, trotz aller Pannen und Probleme mit den Autos, schön und wir haben echt viel mitnehmen können z.B. Krisenmanagement und Gelassenheit.

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Am Zambesi

Weihnachten und Silvester

Nachdem wir, die nach Windhoek gefahren waren, den Abend dort schon gemeinsam ausklingen lassen haben ging es am nächsten Tag nach Swakopmund, wo wir mit den anderen Freiwilligen zusammen Weihnachten verbringen wollten. Es war ungewohnt ohne die Familie und Kälte/Schnee Weihnachten zu verbringen, doch wir als Freiwillige sind schon sowas wie eine Familie und so verbrachten wir einen tollen Abend zusammen mit leckeren Essen (Rotweinhähnchen a lá Lenni mit Kartoffelbrei und Rotkohl), Wichteln und sogar gemeinsamen Weihnachtslieder singen.

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„Weihnachtsbaum“ in Swakopmund 

Die nächsten Tage ließen wir nach der ereignisreichen Reise ein bisschen ruhiger angehen, was echt schön war. Die Tage zwischen den Feiertagen und Silvester boten wir Fußball am Strand an, ich jedoch konnte verletzungsbedingt die medizinischen Einrichtungen Swakopmunds in Augenschein nehmen und „zuhause“ bei den Swakopmund-Freiwilligen genesen. Zu Silvester ging es dann mit vielen ASC-Freiwilligen an den „Long-Beach“ (von uns Freiwilligen auch liebevoll Langstrand genannt) einen Strand zwischen Swakopmund und Walvisbay. Es war echt schön und nach zwölf ging es los mit Umarmungen und auch mit ein bisschen Feuerwerk, welches in Namibia echt einen Seltenheit zu sein scheint. Zusammenfassend sind wir gut ins Jahr 2018 gerutscht!

Januar, Geburtstag und PHPS-Turnier

Nach zehn Tagen in Swakopmund ging es dann auch schon wieder Richtung Eenhana, den die Schule begann in der folgenden Woche wieder. Der Anfang des Terms war ein bisschen gewöhnungsbedürftig, da, anders als in Deutschland, die Stundenpläne noch nicht feststanden und für zwei Klassen sogar die Lehrer fehlten. Das Problem mit den Stundenplänen konnte dann doch aber relativ schnell behoben werden und so fand der Alltag bei Jeanine und mir recht schnell wieder Einklang. Leider gibt es bis jetzt immer noch zwei Klassen (1B und 1C) die keinen richtigen Klassenlehrer haben sondern nur von sogenannten „Relief teacher“ unterrichtet werden.

Ein Highlight im Januar war mein Geburtstag, nicht nur war es das erste Mal Geburtstag im Sommer und bei 25 Grad, es war auch das erste Mal Geburtstag ohne Eltern, Großeltern und Geschwister. Doch da mich einige Freunde von der ASC-Familie (Helena, Johanna + Luzie, Louisa, Kilian und Lennart, sowie die DRK-Freiwilligen aus Eenhana Louis und Anna) besuchen kamen und meinen Geburtstag zusammen mit mir feierten und mich sogar beschenkten, war es ein sehr schönes Geburtstagswochenende!

In der Schule waren wir dann viel mit „Athletics“ beschäftigt, da die Saison dafür angefangen hatte. Nach der ganzen Reiserei war es echt schön wieder in Eenhana zu sein und P.E. zu unterrichten und mit meinen Jungs Fußballtraining zu machen!

Letztes Wochenende stand dann noch das „Paulus Hamuteya Primary School Tournament“ an! Zusammen mit Louis (Teammanager Klauke) und meinem Team, bestehend aus 15 ausgewählten Schülern aus meinen beiden Schulteams ging es sieben Uhr morgens los. Nach der Auslosung der Gruppen (zwei Gruppe á drei Mannschaften) ging es dann recht zügig los. Am Anfang war unser Platz wie verhext, die ersten zwei Gruppenspiele endeten 0:0. Doch im dritten Spiel gelang uns dann der erhoffte Sieg, wir gewannen 1:0. Im letzten Gruppenspiel ging es gegen die Lokalrivalen, die Eenhana Combined School, was wir nach 1:0 Rückstand, nach kämpferisch sehr starker Leistung noch mit 1:1 Unentschieden gewinnen konnten, dadurch wurden wir mit sechs Punkten aus 4 Spielen Gruppenerster und es hieß Halbfinale für uns! Das Team, welches uns im Halbfinale gegenüberstand war schon in der Gruppenphase aufgefallen, da es zu alte Schüler aufstellte. Anstatt von nun an fair zu spielen wollten sie auch gegen uns mit nicht zugelassenen Spielern spielen, doch Schüler anderer Schulen machten uns darauf aufmerksam und der Schiedsrichter ließ den betroffenen Schüler nicht spielen. Meine Jungs machten ein echt gutes Spiel und kamen durch eine überragende Einzelleistung 1:0 in Führung! Doch wie durch ein Wunder kam es zwei Minuten vor Schluss zum Ausgleich… Das hieß also Elfmeterschießen, eine richtige Zitterpartie. Doch schlussendlich setzen wir uns durch hervorragende Leistung der Schützen als auch des Torwarts durch, was von allen anwesenden Schulen (sie waren auf unserer Seite, da das andere Team versuchte zu betrügen) und natürlich uns gefeiert wurde! Im Finale mussten wir uns dann leider dennoch geschlagen geben, da die andere Mannschaft ausdauernder war und mehr Spielklasse besaß.

Trotzdem bin ich stolz wie Bolle auf meine Mannschaft und glücklich über den zweiten Platz!

 

An alle die durchgehalten haben und bis hier gelesen haben: ein riesengroßes Dankeschön! Ich verspreche euch, dass ich es versuchen werde den nächsten Blogbeitrag so bald wie möglich zu veröffentlichen! Bis dahin,

Euer Luca

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