Kaleipo nawa vaEenhana, Namibia – Ekale po lange ola li liwa neenghono!

Kaleipo nawa vaEenhana, Namibia – Ekale po lange ola li liwa neenghono!

 

For the english version please click here! If that link is not working just scroll down all the way!

Hey liebe Leserinnen und Leser,

Ja es gibt mich noch! Ich melde mich aus Leipzig, wo ich vor ziemlich genau einem Monat wieder gelandet bin. Das ganze Jahr und vor allem das letzte Drittel in Namibia ging einfach so unglaublich schnell vorbei, ich hab so viel erlebt und so viele schöne Erfahrungen gemacht, dass ich keine Zeit gefunden hab, euch auf dem Laufenden zu halten. Dafür gibt es jetzt einen Blogeintrag mit gaaaaaaanz vielen Fotos! Ich werde chronologisch von all meinen Erlebnissen berichten und ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen und Fotos Anschauen.

Euer Luca

P.S. Wenn ihr es bis zum Ende schafft, verrate ich euch was der Titel bedeutet!

Traditionelle Wambo-Hochzeiten

Nachdem die Schule, wie im letzten Blogeintrag beschrieben wurde, wieder anfing, waren es gar nicht mehr so viele Woche bis zum tatsächlichen Term-Break. Jeanine und ich hatten das große Glück auf zwei (!) Wambo-Hochzeiten eingeladen zu werden. Zum einem wurden wir von unserem Vermieter und Freund Moses und zum anderen von unseren Lehrerkollege Valo eingeladen. Da die Hochzeiten an zwei Wochenende hintereinander stattfanden, waren Jeanine und ich richtig im Hochzeit-Modus, wir haben uns traditionelle Kleidung schneidern lassen und waren auf Hochzeitsgeschenksuche.

Die erste Hochzeit war von unserem Freund Moses. Die traditionellen Hochzeiten in Namibia sind anders aufgebaut als in Deutschland. Es ist so das jeder Wambo ein „Home-Village“ hat, dort lebt man noch recht traditionell, bspw. steht man relativ früh, mit dem Sonnenaufgang auf, meistens hat man dort auch ein Feld welches man bewirtschaftet und z.B. Mahangu (Perlhirse), Mais oder Zuckerrohr anbaut, darüber hinaus laufen Ziegen und Rinder herum, welche für hohe Feste wie bspw. eine Hochzeit geschlachtet werden. Bei einer Hochzeit gibt es dann neben der kirchlichen Trauung jeweils einen Tag für die Braut und einen Tag für den Bräutigam in ihren eigenen „Village“ wo dann gegessen, getrunken und gefeiert wird.

Bei Moses Hochzeit waren wir das ganze Wochenende dabei, das hieß am Freitag ging es in das „Village“ von Moses in Okongo (ungefähr 100km östlich von Eenhana). Zusammen mit Jeanine, Anna und Louis (befreundete DRK-Freiwillige) wurden wir von Moses Familie herzlich begrüßt und sofort zum Essen eingeladen, dabei hatte die eigentliche Hochzeit noch gar nicht gestartet. Nach dem super leckeren Essen, schliefen wir recht schnell in unseren mitgebrachten Zelt ein. Am nächsten Tag ging es dann morgens los, wir fuhren nach Oniipa (180km südwestlich von Okongo), wo die Trauung stattfand (Oniipa ist Sitz der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia und die Kirche war sehr schön). Nach einer relativ langen Trauung (ungefähr vier Stunden) ging es dann nach Ondangwa wo es einen kleinen Snack gab und die Hochzeitsfotos geschossen wurden.

Anschließend ging es zurück nach Oniipa in das „Village“ der Braut, da wir geladene Gäste waren, durften wir in einen umzäunten Bereich Platz nehmen zusammen mit der Familie und Freunden des Hochzeitspaars. In Namibia ist es nämlich so, dass nicht nur die engsten Freunde und die Familie eingeladen wird, sondern alle Menschen aus dem Umkreis, also auch für Leute aus bspw. umliegenden Dörfern. Für diese Menschen gibt es dann extra Partyzelte außerhalb des „Kern-Village“ wo jeder einen Sitzplatz, Essen und Trinken bekommt. Wir hatten ein leckeres Buffet und sind in nette Gespräche mit Freunden und der Familie des Brautpaars gekommen. Es war ein sehr schöner Abend! Nachts ging es dann für uns noch zurück nach Okongo, da unsere Zelte dort standen und wir am nächsten Tag bei der Vorbereitung der Ankunft des Brautpaars in Moses „Village“ helfen wollten.

AVRM8951
Das Brautpaar

Am nächsten Morgen wurden wir von lauten Schüssen geweckt, es wurden insgesamt sechs Rindern geschlachtet, es war schon interessant sich so etwas mal anzuschauen, also wie bspw. die Innereien entnommen werden. Anschließend bereiteten wir, Louis und ich, dann zusammen mit Freunden von Moses eine Fläche im Wald vor, wo der Empfang stattfanden sollte, das hieß den Boden von Stöcken, Sträuchern etc. zu befreien und den Platz einfach schön machen. Am Abend gab es dann wieder sehr leckeres Essen (mit sehr viel leckeren Fleisch!), man machte nette Bekanntschaften und es war einfach ein sehr gelungener Abend, welcher bis spät in die Nacht ging! Es war einfach eine tolle Hochzeit und super Erfahrung. Nochmal „Tangi unene!“ (Vielen Dank auf Oshikwanyama) an Moses für die Einladung! Darüber hinaus ein großes Dankeschön an unsere Freundin Hambeleleni für das Mitnehmen nach Eenhana!

IMG_0957
Jeanine, Louis, Moses, Me and Anna

Eine Woche später fand dann die Hochzeit von Valo statt. Da er ein Lehrerkollege von uns ist, gingen wir zusammen mit anderen Lehrern unserer Schule zu der Hochzeit und das sogar im einheitlichen Paulus Hamutenya Primary School Look! Diesmal gingen Jeanine und ich jedoch nur auf die „Reception“ von Valo in Eenhana. Es gab wie immer sehr leckeres Essen, viele nette Gespräche und wir haben sogar die ein oder anderen Schüler bei der Hochzeit getroffen. Wambo-Hochzeiten sind echt wunderschön, mir gefallen die ganzen Traditionen, das Essen das nette Miteinander, Danke Valo für die Einladung!

IMG_1452
Sunset

Rest der Ferien, Schulalltag, Umsetzung von SDGs und Zwischenseminar in Rehoboth

Den Rest der Ferien waren wir damit beschäftigt, das Training der U20 Frauenauswahl der Region Ohangwena zu unterstützen. Eins meiner Lieblingsmannschaften, die Mädchen haben immer Lust und können richtig gut kicken! Wir bereiteten sie für ein großes Turnier in Windhoek vor und eine bessere Ferienbeschäftigung hätte ich mir wirklich nicht vorstellen können!

IMG_1609
U20-Team Ohangwena Region

Nach den Ferien ging die Schule ganz normal wieder los. Wir unterrichteten Sport und vergaben Noten, stellten Punktetabellen auf, hatten Fußballtraining und ab und zu Freundschaftspiele.

Beim letzten Zwischenseminar hatten wir die Aufgabe bekommen „Substainable Development Goals“ (Ziele für nachhaltige Entwicklung) in unseren Projekten umzusetzen. Jeanine und ich setzten unseren Fokus auf die Ziele Kein Hunger, Gesundheit und Wohlergehen, Maßnahmen zum Klimaschutz und Nachhaltige/r Konsum und Produktion. Wobei wir diese groß klingenden Ziele in einem kleinen Maßstab in unserem Projekt umsetzen wollten. So startete Jeanine zusammen mit den Kindern einen Schulgarten, in welchen ich ab und zu aushilf. Es wurden Radieschen, Möhren und Zwiebeln sowie zwei Fruchbäume angepflanzt. Der Garten wurde dann jeden Tag von Schülern mit unserer Unterstützung gegossen und die Radieschen konnten wir sogar schon ernten.

IMG_0649
freshly picked radishes

Mein SDG-Projekt war eine „Cleaning Campaign“ (Aufräumaktion) im Stadion. Das Stadion war echt immer sehr zugemüllt, überall Plastikflaschen und Chipspackungen, sogar im umliegenden Wald. Daher fasste ich den Entschluss mit meinen Fußballjungs mal so richtig sauber zu machen. Um die ganze Aktion ein bisschen spannender zu machen, durften sich die Jungs in Zweierteams einteilen und wir machten einen kleinen Wettbewerb daraus. Jedes Team bekam anfangs eine 80l Mülltüte und dann ging es auch schon los, die Kindern hatten eine halbe Stunde Zeit zum Müllsammeln. Wenn eine Mülltüte voll war mussten sie diese zum Sammelpunkt bringen und bekamen eine neue. Am Ende gab es drei Gewinner, welche jeweils fünf 80l Müllsäcke füllten, als Belohnung gab es ein RB-Trikot und eine Hose. Die Gewinner freuten sich riesig, aber auch alle anderen Kinder waren gut gelaunt, es gab nämlich noch etwas Kleines zu Essen und das Stadion war einfach mal wieder sauber! Am nächsten Tag verknüpften wir das Training mit dem Wegbringen des Mülls. Die Kinder halfen uns den Pick-Up zu befüllen und dann fuhren Jeanine und ich insgesamt dreimal zu Müllhalde, wo wir zusammen mit einigen Schülern den Müll ausluden. Es war eine super Aktion und das Stadion war endlich von all dem Müll befreit. Darüber hinaus schrieben wir einen Brief an das „Town Council“ (wie ein Rathaus) und fragte ob am Stadion Mülltonnen aufgestellt werden könnten und es wurden auch relativ zügig vier Mülltonnen aufgestellt. Zusammengefasst war die ganze Aktion ein Riesenerfolg!

Im Juni stand dann noch das zweite Zwischenseminar in Namibia an. Dieses fand in Rehoboth am Oanob-Damm statt. Zusammen mit Ulla unserer Namibia-Koordinatorin und alle Freiwilligen tauschten wir uns über unsere Projekte und die Umsetzung unserer SDGs aus, es war echt eine super Möglichkeit nochmal andere Idee und Umsetzungen zu hören und insgesamt ein sehr schönes Seminar. Als Gruppe sind wir echt richtig gut zusammengewachsen und es ist immer wieder schön alle zu sehen. Eine echt coole Truppe!

Wieder angekommen in Eenhana gab es mit meinen Jungs nochmal ein Fußballturnier im Eenhana Stadion. Nachdem wir in der Gruppenphase nur 4. Platz von 6 Teams pro Gruppe geworden sind, dachte wir das wir leider schon rausgeflogen sind. Aber durch eine kurzfristige Änderung der Turnierleiter hieß es plötzlich, das jetzt doch noch Viertelfinale gespielt werden, so spielten wir gegen die Gewinnermannschaft der anderen Gruppe und meine Jungs spielten wie ausgetauscht, wir gewannen und auch im Halbfinale überzeugten die Jungs und holten den Finaleinzug. Im Finale mussten wir uns leider geschlagen geben und das ausgerechnet gegen die andere Grundschule aus Eenhana. Also wieder nur zweiter Platz die Jungs freuten sich trotzdem und ich hoffe mein Nachfolger Colin wird mit ihnen mal endlich einen ersten Platz holen!

Besuche aus der Heimat

Ende Juni bekam ich dann Besuch von meinem guten Freund Martin, nachdem ich ihn am Flughafen abgeholt hatte und wir nach Windhoek gefahren sind, holten wir noch eine SIM-Karte für ihn und dann ging es auch schon los! Mit unseren Toyota RAV4 ging es die nächsten Tage dann über Otjiwarongo, Waterberg, Tsumeb und Lake Otjikoto in den Etosha. Nach zwei Nächten im Etosha ging es dann wieder Richtung Windhoek. Dort ließen wir unsere Reise gebührend mit leckeren Essen und Bier in Joe´s Beerhouse ausklingen. Ein superschönen Urlaub, war richtig cool mit dir Martin. Ich lass hierbei jetzt einfach mal die Bilder sprechen 😉

Nach unserer Reise durch das Land kam Martin nochmal mit in den Norden um sich mein Projekt anzuschauen, wir verbrachten noch schöne Tage in Eenhana und hatten viel Spaß beim Sportunterricht, Fußballtraining und bei den Barbesuchen mit Louis und unseren „Local Friends“. Am Freitag hieß es dann Abschied nehmen, Martin fuhr nach Windhoek um zurück nach Deutschland zu fliegen. Danke fürs Besuchen Martin!

IMG_9860
Martin, Me and our Toyota RAV4

Am 09. Juli war es dann endlich soweit, meine Familie kam! Es war superschön alle wiederzusehen! Jetzt hatte ich wieder meine kleinen Schwestern die ich ein bisschen aufziehen konnte, Papa war nicht mehr das einzige männliche Familienmitglied und Mama hatte ihren Erstgeborenen endlich wieder.

Family
Family reunited

Nach ersten gemeinsamen Abendessen seit einer langen Zeit, ging es am nächsten Tag morgens zur Schule. Die Kinder machten große Augen und kamen auf mich zu und fragten Sachen wie „Are those your sisters?“, „Sir Luca, are that your parents?“. Es dauerte nicht lange bis die Kinder auf meine Eltern und Schwestern zugingen und sie umarmten und Fragen stellten. Auch von den Lehrern wurden meine Eltern richtig nett begrüßt, es  war einfach ein super Erlebnis und es hat sich alles wie eine große Familie angefühlt. Nachdem meine Familie ein paar P.E. Stunden angeschaut hatten, verabschiedeten wir uns von den Kindern und dann ging der kleine Familienurlaub auch schon los. Über den Etosha, wo wir zwei Tage blieben und richtig viele Tiere sahen, ging es nach Tsumeb, wo wir uns Sehenswürdigkeiten wie das Museum, den Craftmarket und Lake Otjikoto anschauten. Nach zwei Nächten in Tsumeb rief auch schon wieder die Arbeit für mich und wir fuhren zurück nach Eenhana. Dort gab es dann nochmal richtig leckeres, traditionelles Essen bei meinem Lehrerkollegen Tate Kavandje. Nachdem wir uns verabschiedeten, setzten meine Eltern und Schwestern ihre restliche Rundreise durch Namibia fort.

Danke das ihr mich besucht habt und Danke für den wunderschönen Urlaub!

IMG_9016
La Familia at the Etosha

Letzten Wochen in Eenhana und Abschied

Nachdem wir die Noten für alle Schüler fertigmacht hatten, war die Schule ein bisschen entspannter. Da die „Exam-Time“ vor der Tür stand, veranstaltete ich mit jedem Team ein Abschlussturnier, alle hatten Spaß und es war echt ein schönes kleines Turnier, natürlich war ich auch ein bisschen traurig, weil es das letzte Mal Training mit den Jungs war. Ich hatte noch zwei RB-Trikots über und ließ alle Jungs darauf unterschreiben! Es war echt ein tolles Jahr mit den Jungs wir haben einiges gewonnen und das wichtigste – wir hatte eine Menge Spaß! Ich werde euch vermisse Jungs!

Die letzten Sportstunden mit den großen Klassen nutzten wir um Fotos zumachen. Da wir in der während die Examen geschrieben wurden nur noch die Klassen eins bis drei unterrichteten und dort vor allem, wie bei den größeren Klassen, Fotos machten, waren die letzten beiden Wochen echt entspannt und wir nutzten die Zeit möglichst viel Zeit mit unseren „Local Friends“ zu verbringen.

In den letzten Wochen gab es auch noch zwei Schulevents, zum einem der School Bazaar und zum anderen der Fun Day. Der School Bazaar war ein Fundraising-Basar, wo traditionelle Speisen und Getränke verkauft wurden. Es war schon zusehen, wie die ganze Schule mitangepackt hat und das Event schlussendlich erfolgreich gemeistert hat. Am Fun-Day kamen alle Schüler verkleidet und den ganzen Tag über gab es lustige Spiele für die Schüler. Als Highlight und kleines Abschiedsgeschenk liehen Jeanine und Ich eine Hüpfburg für den Tag aus. Es war echt schön alle Kinder so glücklich zu sehen und zusammenfassend war es ein schönes abschließendes Schulevent!

An unserem letzten Donnerstag in Namibia veranstalteten unsere Lehrerkollegen eine „Farewell-Party“ für uns. Im Park wurde lecker gebraait, wir unterhielten uns über das Jahr und bekamen ein „Certificate of appreciation“ (Zertifikat für die Anerkennung unserer Arbeit). Alle hatten ihre traditionellen Wambosachen an und es war eine gelungene, aber auch sehr emotionelle und tränenreiche Party.

PHPS_1
With the whole staff

Am Wochenende hatten Jeanine, Anna und Ich noch eine Farewell für unsere Freunde veranstaltet, auch wieder ein super Abend mit richtig vielen Erinnerungsfotos und super leckeren Essen! Darüber hinaus war unser Nachfolger Colin mittlerweile eingetroffen und wir konnten ihn ein bisschen die Stadt zeigen und den Leuten vorstellen.

Am Montag wurden wir dann nochmal vor der ganzen Schule verabschiedet. Ich werde die Assembly, die ganze Schule und jeden Schüler einfach richtig vermissen!

So und das war es auch mit dem wohl längsten Blogeintrag den ich je geschrieben hab, danke das ihr den Blog das Jahr über verfolgt habt, ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und Bilder anschauen! Wenn ihr das Projekt in Eenhana weiterverfolgen möchtet könnt ihr gerne mal auf den Blogs unseren Nachfreiwilligen Maike und Colin vorbeischauen.
Und jetzt zur Auflösung des Titel „Kaleipo nawa vaEenhana, Namibia – Ekale po lange ola li liwa neenghono!“ ist Oshikwanyama und heißt soviel wie „Auf Wiedersehen Eenhana, Namibia – Es war wunderschön hier!“

Ich hätte mir das Jahr in Namibia nicht besser vorstellen können, es war voll mit neuen Erlebnissen und Erfahrungen, ich hab super viele nette Menschen kennengelernt, viele neue Freundschaften geschlossen und ich möchte mich ganz herzlich bei meiner Organisation dem ASC Göttingen von 1848 e.V. und dem Deutschen Olympischen Sportbund , meiner Familie, meinen finanziellen Unterstützer, Ulla Finkeldey, Yuri Peters, meinen Kollegen von der Paulus Hamutenya Primary School (besonders Frieda, Kavandje, Valo, Job und Mr. Hashipala), all meinen Mitfreiwilligen, Freunden (Louis, Anna, Jospeh, Kapolo, Brenden, Moses, Jorre und vielen mehr) und vor allem bei meiner Projektpartnerin Jeanine bedanken.

Danke für das einzigartige Jahr in Eenhana, Namibia!

DSC02868
Thank you Jeanine!

English Version

Hey there my dear friends,

Because so many of you requested an english version of my blog, I decided to go for it!

Yes, im still alive! I am reporting from Leipzig (my hometown), where I landed exactly one month ago. So far Germany is treating me proper, it is good to be back with my family and my german friends. Nevertheless I am missing Namibia very much, especially my friends, the staff from Paulus Hamutenya Primary School and of course all my learners! The whole year and especially the last third in Namibia just went by so incredibly fast, I experienced so much and had so many nice experiences that I did not have time to keep you up to date. But now that I am back in Germany I found the time to write this article! I will chronologically report all my experiences and I wish you lots of fun reading it and checking out the pictures I selected.

Yours sincerely Luca

Please keep in mind that English is not my mother tongue. I will try my best to keep mistakes to a minimum! 

Traditional Wambo wedding

After the school, as described in the last blog entry, began again, it was not so many weeks until the actual term break. Jeanine and I were lucky enough to be invited to two (!) Wambo weddings. On the one hand we were invited by our landlord and friend Moses and on the other by our teacher colleague Valo. Since the weddings took place two weekend in a row, Jeanine and I were in kind of a wedding mode, we went to the tailor were we got traditional clothes and we were looking for wedding gifts.

The first wedding was from our friend Moses. The traditional weddings in Namibia are structured differently than in Germany. In the German version of the Blog I was explaining the differences compared to German weddings. For example I was explaining that there is one day dedicated for the bride and one for the groom and that the location is there home village. I also explained that the life at a village is more traditional, that you cultivate things like Mahangu, corn or sugar cane. 

We attended Moses wedding the whole weekend, that meant on Friday we went to the village of Moses in Okongo (about 100km east of Eenhana). Together with Jeanine, Anna and Louis (friends from us, German Red Cross volunteers), we were warmly welcomed by Moses family and immediately invited to dinner, but the actual wedding had not even started yet. After the delicious food, we fell asleep quite quickly in our tents which we brought along. The next day we went to Oniipa (180km southwest of Okongo), where the wedding took place (Oniipa is the seat of the Evangelical Lutheran Church in Namibia and the church was very beautiful). After a relatively long wedding (about four hours) we went to Ondangwa where we had a small snack and the wedding photos were taken.

Afterwards we went back to Oniipa to the village of the bride, as we were invited guests, we were allowed to sit in a fenced area together with the family and friends of the wedding couple. We had a delicious buffet and had nice conversations with friends and the family of the bride and groom. It was a very beautiful evening! At night we went back to Okongo, because our tents were there and we wanted to help preparing for the arrival of the bride and groom in Moses village.

AVRM8951
bride and groom

The next morning we were woken up by loud shots, it was Moses brother slaughtering a total of six cattle, it was interesting to watch the whole process, because I actually never saw it before. After that we, Louis and I, together with friends of Moses prepared an area in the forest where the reception should take place, so we clear the ground of sticks, shrubs etc. and make the place just beautiful. In the evening we had another very delicious food (with lots of delicious meat!), we met many new people and it was just a very successful evening, which lasted long into the night! It was just a great wedding and a great experience. Again „Tangi unene!“ to Moses for the invitation! In addition, a big thank you to our friend and „Shiveli“ sister Hambeleleni for taking us back to Eenhana!

IMG_0957
Jeanine, Louis, Moses, Me and Anna

A week later, the wedding of Valo took place. Since he is a teacher colleague of ours, we went to the wedding together with other teachers of our school and we even had a Paulus Hamutenya Primary School outfit! This time Jeanine and I only went to the reception of Valo in Eenhana. As always, there was delicious food, lots of nice conversations and we even met some of our learners at the wedding. Wambo weddings are really beautiful, I like all the traditions, the food, the nice togetherness, thank you Valo for the invitation!

IMG_1452
Sunset

Rest of the holidays, everyday school life, implementation of SDGs and seminar in Rehoboth

During the rest of the holiday we were busy supporting the training of the U20 Women’s Selection of Ohangwena region. One of my favorite teams, the girls are always motivated to play soccer and are really good at it as well! We prepared them for a big tournament in Windhoek and I could not have imagined a better holiday job!

IMG_1609
U20-Team Ohangwena Region

After the holidays, the school started off as usual. We taught sports and gave marks, we had soccer practice and occasional friendlies.

At the last seminar we were given the task to implement „Substainable Development Goals“ in our projects. Jeanine and I put our focus on the goals „Zero Hunger, Good Health and Well-Being, Climate Action and Responsible Consumption and Production“. We wanted to implement these big-sounding goals on a small scale in our project. So together with the learners Jeanine started a school garden, in which I occasionally helped out. Radishes, carrots, onions and two fruit trees were planted. The garden was then watered every day by learners with our support and we were even able to harvest the radishes already.

IMG_0649
freshly picked radishes

My SDG project was a cleaning campaign in the stadium. The stadium was full of trash, everywhere plastic bottles and chips packages, even in the surrounding forest. Therefore, I made the decision to clean it together with my soccer boys. To make the whole campaign a bit more exciting, the boys were allowed to split into teams of two and we made a small competition out of it. Each team initially got a 80l garbage bag and then it started, the children had half an hour to collect garbage. If a garbage bag was full they had to bring it to the collection point and got a new one. In the end, there were three winning teams, each team filled five 80l garbage bags, as a reward, they received a RB Leipzig jersey and soccer pants. The winners were very happy, but all the other kids were in a good mood as well, because everyone got something small to eat and the stadium was just clean again! The next day we linked the training with the removal of the garbage. The children helped us to fill the pick-up and then Jeanine and I drove a total of three times to the dump side, where we unloaded the garbage together with some learners. It was a great campaign and the stadium was finally freed from all the garbage. In addition, we wrote a letter to the Town Council and asked if garbage cans could be set up at the stadium and four garbage cans were set up relatively quickly. In summary, the whole action was a huge success!

In June, the second seminar in Namibia was scheduled. It took place in Rehoboth at the Oanob Dam. Together with Ulla our Namibia coordinator and all volunteers, we talked about our projects and the implementation of our SDGs, it was really a great opportunity to hear other ideas and implementations and it was just a very nice seminar. As a group we are grown together really well and it is always nice to see all!

Once back in Eenhana, there was another soccer tournament with my boys at the Eenhana Stadium. After becoming only 4th place out of 6 teams per group in the group stage, we thought that unfortunately we were already out. But the organizer of the tournament changed the tournament mode and said, that we will still play quarterfinals, so we played against the winner team of the other group and all of a sudden my boys played much better than they did during group stage, we won and went for semifinals, which we also managed to win so we proceeded to the final. In the final we unfortunately lost and that against the other elementary school from Eenhana. So again only second place, but my learners were still happy, but I hope the new volunteer Colin will finally get a first place with them!

Visits from home

In June, I got a visit from my good friend Martin, after I picked him up at the airport and we drove to Windhoek, we got a SIM card for him and then our journey started! Over the next few days we went with our Toyota RAV4 to Otjiwarongo, Waterberg, Tsumeb and Lake Otjikoto and to Etosha national park. After two nights in Etosha we went back to Windhoek. There we finished our awesome journey with delicious food and beer in Joe’s Beerhouse. A super nice holiday, was really cool with you Martin!

After our trip through the country, Martin and I wen to the north again for him to see my project, we spent nice days in Eenhana and had a lot of fun at physical education, soccer practice and the bar visits with Louis and our local friends. On Friday it was time to say goodbye, Martin drove to Windhoek to fly back to Germany. Thanks for visiting Martin!

IMG_9860
Martin, Me and our Toyota RAV4

On the 9th of July my family finally came visiting me! It was really nice to see everyone again! Now I had my little sisters back whom I could tease again as I used to do back in Germany, Papa was no longer the only male family member and Mama finally had her firstborn again.

Family
Family reunited

After our first dinner together for a long time, we went to school the next morning. The kids made big eyes and came up to me and asked things like „Are those your sisters?“, „Sir Luca, are that your parents?“. It was not long before the children approached my parents and sisters, hugging them and asking questions. The Family was also warmly welcomed from the teachers, it was just a great experience and it felt like a big family. After my family observed the P.E. for some lessons, we said goodbye to the children and then went on the small family vacation. We went to Etosha, where we stayed for two days and saw lots of animals. After that we went to Tsumeb, where we looked at sights such as the museum, the Craftmarket and Lake Otjikoto. After two nights in Tsumeb the work was calling for me again and we drove back to Eenhana. Before the family left we had a really delicious, traditional dinner at my colleague Tate Kavandjes place. After we said goodbye, my parents and sisters continued the rest of their tour through Namibia.

Thank you for visiting me and thank you for the wonderful holiday!

IMG_9016
La Familia at the Etosha

Last weeks in Eenhana and farewell

After we finished the grades for all the students, the school was a bit more relaxed. Since the Exam-Time was coming up, I organized a final tournament with each team, everyone had fun and it was a nice little tournament, of course I was sad too because it was the last time training with the boys. I still had two RB Leipzig jerseys left, so I let all the boys sign on it! It was really a great year with the boys we won a lot of games and medals and the most important thing – we had lots of fun! I will miss you guys!

We used the last sports lessons with the big classes to take pictures. Since we only taught classes one to three while the exams were being written, we used those lessons to take pictures as well. The last two weeks were really relaxed and we used the time to spend as much time as possible with our local friends!

In the last few weeks there were also two school events, one was the School Bazaar and the other one was the Fun Day. The School Bazaar was a fundraising bazaar where traditional food and drinks were sold. It was nice to see how the whole school got along and mastered the event successfully. On Fun-Day all students were coming with funny outfits and all day long there were fun games for the learners. As a highlight and a little farewell present, Jeanine and I lent out a bouncy castle for the day. It was really nice to see all the children so happy and in summary it was a nice final school event!

On our last Thursday in Namibia, our fellow teachers organized a farewell party for us. It took place at the park we enjoyed Betina´s deliciously prepared meat and some drinks, we talked about the year and got a Certificate of appreciation. Everyone was wearing their traditional cloths and it was a successful, but also very emotional and tearful party. Nevertheless we had a blast!

PHPS_1
With the whole staff

At the weekend, Jeanine, Anna and I had another Farewell for our friends, also a great evening with lots of pictures to remeber and delicious food! In addition the new volunteer, Colin, had arrived in Eenhana and we were able to show him the town a bit and introduce him to some people.

On Monday during assembly we said goodbye to the learners, once again a very emotionally moment. I will really miss the assembly, the whole school and every learner!

I could not have imagine a better year than my year in Namibia, it was full of new experiences, I met a lot of nice people, made many new friends and I would like to thank my organization the ASC Göttingen von 1848 e.V. and the Deutschen Olympischen Sportbund, my family, my financial supporters, Ulla Finkeldey, Yuri Peters, my colleagues from Paulus Hamutenya Primary School (especially Frieda, Kavandje, Valo, Job and Mr. Hashipala), all my fellow volunteers, friends (Louis, Anna, Jospeh, Kapolo, Brenden, Moses, Jorre, Hambeleleni, Hellen, Namutenya, Ndapanda and many more) and especially my project partner Jeanine.

Thank you for the unique year in Eenhana, Namibia!

DSC02868
Thank you Jeanine!
Advertisements

Schulalltag, Ferienprogramm und Osterferien

Hallo liebe Leserinnen und Leser, ich melde mich mal wieder aus dem, trotz anstehenden Winter, sehr warmen Eenhana und hoffe Euch geht es gut und in Deutschland beginnt es auch langsam wieder richtig warm zu werden!

Letzten Wochen Schule und Fußball vor den Ferien

Nachdem der letzte Blogeintrag mit dem Paulus Hamutenya School Tournament endete, hatten wir noch zwei reguläre Wochen Schule bevor die Osterferien starteten. In der Schule waren wir in dieser Zeit mit der Benotung der Schüler beschäftigt, bei den jüngeren Schülern („junior primary phase“ Klasse 1 bis 3) standen Noten in den Kategorien „Physically Fitness, Athletics, Sport Skills, Gymnastics und Games in limited space“ an, dass hieß es gab beispielsweise Noten für Sprints (Athletics), das korrekte Werfen eines Balles (Sport Skills) oder Feuer, Wasser, Sturm (Games in limited space). Bei den älteren Schülern („senior primary phase“ Klasse 4 bis 7) standen Noten in Leichtathletikdisziplinen wie Hochsprung, Weitwurf oder Sprints und ein Test zur jeweiligen Sportart an. Für die Disziplin Hochsprung hatten wir zusammen mit den Schülern der 7. Klasse extra eine improvisierte „Hochsprunganlage“ gebaut. Wir nutzten zwei Holzlatten, zwei alte Wasserkanister und Schraubhaken und voilà, war die Hochsprunganlage fertig.

3
Klasse 7 + Hochsprunganlage

Zurzeit macht der Sportunterricht an der Schule echt richtig viel Spaß und Jeanine und ich würden die Zeit wirklich gerne anhalten, den sie vergeht hier in Namibia so unfassbar schnell!

Beim Fußball war es die Wochen vor den Osterferien etwas entspannter, da keine Turnier oder ähnliches anstand. Das hieß, dass es nach dem Aufwärmen und zwei, drei spezifischen Fußballübungen ein längeres Abschlussspiel gab.

4
Abschlussspiel im Training

Ferienprogramm

Nachdem erfolgreichen Ferienprogramm in den Dezemberferien, stellten Louis (DRK-Freiwilliger) und ich wieder ein Ferienprogramm auf die Beinen. Eingeladen zu kommen, waren alle Schüler unserer Schulen die Lust am Fußballspielen hatten. Am späten Samstagnachmittag kam dann Helena, eine gute Freundin und ASC-Freiwillige, aus Windhoek zu Besuch nach Eenhana. Abends ging es dann noch mit allen Eenhana-Freiwilligen, Helena, Louis Schwester (die zu Besuch war) und einer Freundin von ihr in die Stadt.

Als wir am Montag kamen waren wir echt baff, nachdem beim letzten Ferienprogramm „nur“ um die 15 Schüler am Start waren, waren es diesmal mindestens 80 Schüler. Damit es halbwegs übersichtliche Spiele geben konnte, teilten wir die Schüler nach ihrer Klasse ein. So gab es eine Gruppe für alle Schüler bis zur 4. Klasse und eine für Schüler der 5. bis 7. Klasse, die auf jeweils einen Platz spielten. Da es trotzdem noch sehr viele Spieler pro Mannschaft waren, nutzte ich die Gelegenheit, um ein kaputtes Tor von einem Freund schweißen zu lassen, damit wir am nächsten Tag auf drei Plätzen spielen konnten.

Am Mittwoch, dem 21. März, war der Independence Day Namibias. In Eenhana machte sich das nicht wirklich bemerkbar, außer daran das es ein freier Tag für Alle war. Daher nutzten Helena und ich den Tag zum Entspannen. Nachdem am Donnerstag nochmal Fußball mit den Kindern gespielt wurde, ging es am Freitag, zum Abschluss des Ferienprogramms, ins Monte Carlo Guest House zum Pool. Auch hier waren richtig viele Kinder dabei, es waren so um die 50 Kinder. Es gab Bälle, Tauchbrillen, Tauchringe und sogar Tore zum Wasserball spielen. Die Kinder und wir hatten richtig viel Spaß!

Des Weiteren kam am Freitag, Lennart (ASC-Freiwilliger Rehoboth) und andere DRK-Freiwillige nach Eenhana, um Louis Geburtstag zu feiern. Am Abend wurde gebraait, getrunken und einfach nur ein schöner Abend verbracht!

Osterferien

Am Sonntagabend ging es dann zusammen mit Lennart Richtung Windhoek. Von dort aus ging es am Dienstagmorgen zum Flughafen, um Elias, einen guten Freund aus Deutschland,der ebenfalls in Afrika als Freiwilliger gearbeitet hat, abzuholen. Nachdem wir zusammen in Joes Beerhouse gegessen hatten, ging es auch schon weiter nach Rehoboth zu Lennarts Einsatzstelle. Diese befindet sich am Oanob-Damm, wo Lennart ein Ruderprojekt anbietet.

Am Freitag verließ wir dann Rehoboth und machten uns auf den Weg nach Swakopmund, um zusammen mit Daniel (einer der vier ASC-Freiwilligen aus Swakopmund) seinen Geburtstag zu feiern. An der Küste ist es echt immer wieder schön, vor allem in Swakopmund fühle ich mich direkt wie im Urlaub (Strand, Meer, leckeres Essen). Richtig Ostern feierten wir dieses Jahr nicht, wir nutzten die Zeit eher zum langen Ausschlafen und Chillen. Am Ostermontag waren wir dann auch schon wieder in Windhoek, ich verabschiedete mich von Elias und fuhr zusammen mit Tobias und Maria (ASC-Freiwillige) zurück in den Norden, da die Schule am Dienstag schon wieder startete.

12
Sonnenuntergang

Back to School       

Nach den entspannten Osterferien, ging es am Dienstag weiter mit der Schule. Für die Schüler, vor allem die der 4. bis 7. Klasse,  ging es in die entscheidende Phase des ersten Terms. Von den vier Wochen, welche bis zum Ende des ersten Terms verblieben, waren nur die ersten beiden Wochen reguläre Schulwochen. Die zweiten letzten Schulwochen waren die sogenannten „April tests“ .Das heißt das alle Schüler der „senior primary phase“ in allen Fächern Tests ablegen mussten. Jeanine und ich nutzten die Zeit um die Benotungen der Schüler zu vervollständigen.

Highlight der kurzen Zeit zwischen Osterferien und Termbreak war der Besuch von Maria und Nicola (ASC-Freiwillige und ehemalige ASC-Freiwillige). Wir verbrachten ein entspanntes und vor allem lustiges Wochenende. Am Montag kamen die beiden mit in den Unterricht und die Kinder hatten richtig Spaß mit den beiden!

14
Mrs. Frieda, Maria und ich 

Weiteres Highlight war die großzügige Spende des RB Leipzig Fanclubs „Produkthelfer“ in Höhe von 350 Euro, die für neue Bälle, Leibchen, Trinkflaschen, sowie ein Ballnetz, Ballpumpe und eine Koordinationsleiter genutzt wurden. Die Kinder haben sich riesig gefreut und das Training macht jetzt, durch die neuen Materialen, noch mehr Spaß! Ein riesengroßes Dankeschön gebührt daher dem Fanclub „Produkthelfer“!

Das war es soweit mit Updates aus Eenhana, ich bedanke mich recht herzlich fürs Lesen und sende Euch ein bisschen Eenhana-Sonne Richtung Norden damit der Sommer bei Euch richtig durchstarten kann!

Bis dahin,

Euer Luca

Urlaub, Weihnachten und vieles mehr!

Ein Blick auf den Kalender und ich bin baff, es ist schon März! Die Zeit hier in Namibia vergeht echt rasend schnell, jetzt bin ich schon seit über einem halben Jahr hier und sogar unserer Nachfolger haben sich auch schon bei uns gemeldet, an dieser Stelle ganz liebe Grüße an Maike und Colin!

Seit dem letzten Blogeintrag ist so viel passiert und ich habe echt super viel erlebt! Daher hoffe ich, dass ihr mir nicht allzu böse seid, dass der Blogeintrag ein bisschen länger ausfallen wird, ich versuche das mit einer großen Anzahl von Bildern wett zu machen.

Die letzten Arbeitswochen

Fangen wir Ende November Anfang Dezember an. In Namibia ist es so, dass die Schüler der Klassen 4-10 am Ende des Terms die sogenannte „Exam time“ haben, in der sie ihre Examen für alle Fächer schreiben. In diesem Zeitraum hatten wir nur die Klassen 1-3 im P.E. Unterricht und auch das Fußballtraining nachmittags fand nicht statt, da die Kinder diese Zeit zum Lernen nutzten. Daher ging es für uns ab den 20. November etwas ruhiger zu und wir nutzen diese Zeit zur Unterrichts-, Trainings- und Urlaubsplanung. In der letzten Woche vor den Ferien hatten wir dann noch Besuch von Sarah und Tobias, den beiden ASC-Freiwilligen aus Ruacana. Wir zeigten ihnen Eenhana, stellten sie den anderen Lehrer vor und verbrachten zusammen mit ihnen eine schöne Zeit! Die letzte Schulwoche verging schnell, die meisten Lehrer waren mit der Erstellung der Zeugnisse beschäftigt, sodass die Kinder nicht zur Schule kommen mussten. Am letzten Schultag wurden die Zeugnisse vergeben und es war echt schön die glücklichen Kindern zusehen, welche sich auf die langersehnten Ferien freuten.

Die erste Ferienwoche boten Louis und ich ein Ferienprogramm an. Mit den Jungs und Mädels spielten wir dann meistens Fußball und am letzten Tag gingen wir sogar ins „Monte Carlo“ (Guesthouse in Eenhana) schwimmen. Insgesamt war es ein super Ferienprogramm, welches viel Spaß bereitet hat!

Nordi-Tour

Danach ging es dann schon nach Windhoek wo unsere „Nordi-Tour“ starten sollte. Wir, die Nord-Crew bestehend aus Louisa, Kilian (Ongwediva), Sarah, Tobias (Ruacana), Jeanine und mir, fuhren am 15.12 zusammen mit anderen ASC-Freiwilligen (Helena, Marie, Johanna, Mathilda, Lenni und Lasse) in insgesamt drei 4×4 Toyota Hilux mit jeweils zwei Dachzelten los.

Wir hatten eine echt ambitionierte Route, die uns durch Botswana (Moremi und Chobe Nationalpark, Kasane) nach Sambia (Victoriafälle) und dann über Katima zurück nach Nambia führen sollte. Schon am zweiten Tag kam es zu einem echt blöden Ereignis. Im südlichen Afrika sind die Taxifahrer für ihren teils sehr gewöhnungsbedürftigen Fahrstil bekannt und so kam es wie es kommen musste. Wir fuhren hintereinander in Kolonne als plötzlich ein Taxifahrer vor unserem ersten Auto abrupt abbremste und das dritte Auto von uns nicht mehr rechtzeitig genug abbremsen konnte und somit auf das Heck unseres zweiten Autos auffuhr. Nachdem es mehrere Telefonate mit der Autovermietung gab und der Unfall von der Polizei aufgenommen wurde, war klar, dass wir unsere Tour nur noch zu zehnt anstatt zu zwölft und in zwei anstatt drei Autos fortsetzen könnten. Daher fuhren Lennart und Lasse am dritten Tag der Reise schon wieder zurück (das Auto wurde selbstverständlich abgeschleppt). Mit getrübter Stimmung setzten wir unsere Reise fort, wurden aber durch die tollen Tiere in den beiden atemberaubenden Camps wieder fröhlicher gestimmt. Wenn es ein Tier in Botswana gab was man fast überall sah, dann waren es Elefanten!

Wer jetzt dachte der Unfall war das einzige negative Ereignis des Urlaubs im Zusammenhang mit Autos, den muss ich leider enttäuschen. Nachdem wir in zwei echt tollen Camps übernachtet hatten und viele Tiere in Botsuanas Nationalparks sehen konnten, ging es für uns Richtung Grenzübergang nach Sambia.

Dort verbrachten wir gut zehn Stunden, da Dokumente für eins unserer Autos fehlte, welches uns eigentlich durch unsere Autovermietung zugesichert wurde. Nach unzähligen Telefonaten und Gesprächen mit Personen vor Ort und der Hilfe von Emmanuel (unser Travel Agent an der Grenze) kamen wir dann doch noch über die Grenze und nach Livingstone.

 

Für die Victoriafälle hatten wir nur einen Tag eingeplant und ich glaube an diesem Tag hatten wir einfach echt unglaubliches Glück, dass es noch einen Tour-Guide gab der uns über das Geländer der Victoriafälle führte. Obwohl diese im Dezember weniger Wasser führen als in anderen Monaten war es echt sehr imposant, die Gischt des Wasserfalls war auch noch in mehreren hundert Metern entfernen zu spüren. Der Guide führte uns sogar zu den sogenannten „Devils Pool“ einen natürlichen Pool direkt am Rand des Wasserfalls. Der Weg dahin war, besonders für mich eine sehr großer Herausforderung, denn es ging über eine schmale Mauer im Fluss, das heißt von der einen Seite kommt Strömung und man wenn man die Balance verlieren würde, landet man im Wasser. Nach einigen schweißgebadeten Minuten, die mir wie Stunden vorkamen, waren wir dann endlich angekommen und es hatte sich echt gelohnt, es war atemberaubend direkt an der Kante des Wasserfalls zu stehen!

19
Wie man eventuell sieht,, war es sehr warm und schwül.

Nach einer Übernachtung in einem tollen Camp, wo wir sogar DFB-Pokal schauen konnten (!) sollte es am nächsten Tag wieder Richtung Namibia gehen. Doch eines verfolgte uns gefühlt die gesamte Tour – Probleme mit den Autos. Nachdem das eine Auto schon die letzten Tage komische Geräusche gemacht hatte, brauchte es auf den Weg zur Grenze (als asphaltierte Straße beschrieben, wobei der Fakt, dass alle 10m ein Schlagloch kommt außenvorgelassen wurde) häufiger Starthilfe. Als wir es dann mit Hilfe eines Locals (riesiges Dankeschön an Artson!) über die Grenze schafften, fiel uns allen ein Stein vom Herzen endlich wieder in Namibia zu sein. Durch die doofe Situation des einen Autos (der Dynamo/Generator war kaputt) wurden dann die Route verändert und die Gruppe getrennt, sodass ein Teil der Gruppe (Helena, Johanna, Sarah, Louisa und Mathilda) mit einem Taxi mit Zwischenstopp in Rundu nach Walvisbay fuhren und Kilian, Tobias, Jeanine, Marie und ich erst die Sache mit dem kaputten Auto regelten und dann mit dem verbliebenen Auto nach Windhoek fuhren. Insgesamt fand ich den Urlaub, trotz aller Pannen und Probleme mit den Autos, schön und wir haben echt viel mitnehmen können z.B. Krisenmanagement und Gelassenheit.

14
Am Zambesi

Weihnachten und Silvester

Nachdem wir, die nach Windhoek gefahren waren, den Abend dort schon gemeinsam ausklingen lassen haben ging es am nächsten Tag nach Swakopmund, wo wir mit den anderen Freiwilligen zusammen Weihnachten verbringen wollten. Es war ungewohnt ohne die Familie und Kälte/Schnee Weihnachten zu verbringen, doch wir als Freiwillige sind schon sowas wie eine Familie und so verbrachten wir einen tollen Abend zusammen mit leckeren Essen (Rotweinhähnchen a lá Lenni mit Kartoffelbrei und Rotkohl), Wichteln und sogar gemeinsamen Weihnachtslieder singen.

22
„Weihnachtsbaum“ in Swakopmund 

Die nächsten Tage ließen wir nach der ereignisreichen Reise ein bisschen ruhiger angehen, was echt schön war. Die Tage zwischen den Feiertagen und Silvester boten wir Fußball am Strand an, ich jedoch konnte verletzungsbedingt die medizinischen Einrichtungen Swakopmunds in Augenschein nehmen und „zuhause“ bei den Swakopmund-Freiwilligen genesen. Zu Silvester ging es dann mit vielen ASC-Freiwilligen an den „Long-Beach“ (von uns Freiwilligen auch liebevoll Langstrand genannt) einen Strand zwischen Swakopmund und Walvisbay. Es war echt schön und nach zwölf ging es los mit Umarmungen und auch mit ein bisschen Feuerwerk, welches in Namibia echt einen Seltenheit zu sein scheint. Zusammenfassend sind wir gut ins Jahr 2018 gerutscht!

Januar, Geburtstag und PHPS-Turnier

Nach zehn Tagen in Swakopmund ging es dann auch schon wieder Richtung Eenhana, den die Schule begann in der folgenden Woche wieder. Der Anfang des Terms war ein bisschen gewöhnungsbedürftig, da, anders als in Deutschland, die Stundenpläne noch nicht feststanden und für zwei Klassen sogar die Lehrer fehlten. Das Problem mit den Stundenplänen konnte dann doch aber relativ schnell behoben werden und so fand der Alltag bei Jeanine und mir recht schnell wieder Einklang. Leider gibt es bis jetzt immer noch zwei Klassen (1B und 1C) die keinen richtigen Klassenlehrer haben sondern nur von sogenannten „Relief teacher“ unterrichtet werden.

Ein Highlight im Januar war mein Geburtstag, nicht nur war es das erste Mal Geburtstag im Sommer und bei 25 Grad, es war auch das erste Mal Geburtstag ohne Eltern, Großeltern und Geschwister. Doch da mich einige Freunde von der ASC-Familie (Helena, Johanna + Luzie, Louisa, Kilian und Lennart, sowie die DRK-Freiwilligen aus Eenhana Louis und Anna) besuchen kamen und meinen Geburtstag zusammen mit mir feierten und mich sogar beschenkten, war es ein sehr schönes Geburtstagswochenende!

In der Schule waren wir dann viel mit „Athletics“ beschäftigt, da die Saison dafür angefangen hatte. Nach der ganzen Reiserei war es echt schön wieder in Eenhana zu sein und P.E. zu unterrichten und mit meinen Jungs Fußballtraining zu machen!

Letztes Wochenende stand dann noch das „Paulus Hamuteya Primary School Tournament“ an! Zusammen mit Louis (Teammanager Klauke) und meinem Team, bestehend aus 15 ausgewählten Schülern aus meinen beiden Schulteams ging es sieben Uhr morgens los. Nach der Auslosung der Gruppen (zwei Gruppe á drei Mannschaften) ging es dann recht zügig los. Am Anfang war unser Platz wie verhext, die ersten zwei Gruppenspiele endeten 0:0. Doch im dritten Spiel gelang uns dann der erhoffte Sieg, wir gewannen 1:0. Im letzten Gruppenspiel ging es gegen die Lokalrivalen, die Eenhana Combined School, was wir nach 1:0 Rückstand, nach kämpferisch sehr starker Leistung noch mit 1:1 Unentschieden gewinnen konnten, dadurch wurden wir mit sechs Punkten aus 4 Spielen Gruppenerster und es hieß Halbfinale für uns! Das Team, welches uns im Halbfinale gegenüberstand war schon in der Gruppenphase aufgefallen, da es zu alte Schüler aufstellte. Anstatt von nun an fair zu spielen wollten sie auch gegen uns mit nicht zugelassenen Spielern spielen, doch Schüler anderer Schulen machten uns darauf aufmerksam und der Schiedsrichter ließ den betroffenen Schüler nicht spielen. Meine Jungs machten ein echt gutes Spiel und kamen durch eine überragende Einzelleistung 1:0 in Führung! Doch wie durch ein Wunder kam es zwei Minuten vor Schluss zum Ausgleich… Das hieß also Elfmeterschießen, eine richtige Zitterpartie. Doch schlussendlich setzen wir uns durch hervorragende Leistung der Schützen als auch des Torwarts durch, was von allen anwesenden Schulen (sie waren auf unserer Seite, da das andere Team versuchte zu betrügen) und natürlich uns gefeiert wurde! Im Finale mussten wir uns dann leider dennoch geschlagen geben, da die andere Mannschaft ausdauernder war und mehr Spielklasse besaß.

Trotzdem bin ich stolz wie Bolle auf meine Mannschaft und glücklich über den zweiten Platz!

 

An alle die durchgehalten haben und bis hier gelesen haben: ein riesengroßes Dankeschön! Ich verspreche euch, dass ich es versuchen werde den nächsten Blogbeitrag so bald wie möglich zu veröffentlichen! Bis dahin,

Euer Luca

Trip to Etosha

Am Freitag ging es endlich los! Nachdem der „Teachers Trip“ nach Etosha am Internationalen Lehrertag ausgefallen war, hatten wir uns mit Kilian und Louisa zusammengetan, um den größten und ältesten Nationalpark Namibias noch vor der Regenzeit zu besuchen.

Nach einem kurzen Arbeitstag ging es gegen 14.15 Uhr mit dem Taxi Richtung Ondangwa. Dort kauften wir noch Wasser und Essen für das Wochenende bevor wir, zusammen mit Kilian und Louisa, in den angemieteten Toyota Corolla stiegen. Nach etwa 2,5h Fahrt kamen wir gerade noch so rechtzeitig am „Von Lindequist Gate“ (benannt nach dem Kolonialbeamten Friedrich von Lindequist, welcher 1907 den Vorläufer des Nationalpark als Wildschutzgebiet ausrief) an. Zu unserem Camp, den Namutoni Camp, waren es dann nur noch gut 12km. Dort angekommen, durften wir unseren Stellplatz aussuchen und bauten unser Zelt ab. Anschließend gingen wir zum leckeren Buffet. Danach gingen wir noch zur beleuchteten Wasserstelle und konnten unser Glück nicht fassen, als wir ein Nashorn beim Trinken beobachten konnte. Glücklich gingen wir ins Bett und schliefen sehr schnell ein.

1
Unser Stellplatz im Namutoni Camp
Nach einer kurzen Nacht im Auto (Kilian & Ich) bzw. unter freiem Sternenhimmel/Zelt (Jeanine und Louisa) ging es am nächsten Morgen kurz nach Sonnenaufgang los. Wir waren zwei Minuten unterwegs und schon das erste Highlight – eine Giraffe überquerte vor unserem Auto seelenruhig die Straße!

2
Giraffe überquert seelenruhig die Straße
Als wir die asphaltierte Straße verließen war uns schnell klar, dass unser Mietauto nicht das geeignetste Auto für eine Tour durch den Nationalpark war. Doch nur kurze Zeit später verschwendeten wir keinen Gedanken mehr daran, da wir einen Löwen majestätisch durch die Natur laufen sahen, was für ein atemberaubendes Erlebnis! Und all das passierte in den ersten 20 Minuten die wir unterwegs waren, daher waren wir uns sicher, dass es ein richtig tolles Wochenende werden wird!

3
Löwe
Nachdem den Adrenalin der ersten halbe Stunde wurde es ein wenig ruhiger, wir fuhren rund 75km zu dem nächsten Camp, wo wir uns mit anderen Freiwilligen des ASC Göttingens (Julia, Tabea, Lasse und Lennart) treffen wollten. Auf der Fahrt sah man manchmal für 30 Minuten keine Tiere, dafür wurde man aber belohnt, wenn man sie dann mal sah. So lief beispielsweise eine Herde Zebras nur wenige Meter von uns entfernt. Des Weiteren sahen wir Oryxsantilopen und sehr viele Impalas.

Gut 2 1/2h später kamen wir im Halali Camp an und trafen die anderen Freiwilligen. Nach einer kurzen Pause ging es dann in ihrem 8-Sitzer wieder los. Wir waren echt froh die Tour in dem Auto fortzusetzten, da unser Mietwagen, wie bereits erwähnt, nur bedingt geeignet war. Wir fuhren zu verschiedenen Wasserstellen, und sahen weitere Zebras, Impalas, Springböcke und eine Giraffe. Anschließend fuhren wir zur Etosha-Pfanne, welche der Namensgeber für den Park ist und in Oshivambo so viel wie „großer weißer Platz“ bedeutet und sogar aus dem Weltall sichtbar ist.

6
Etosha-Pfanne
Danach ging es für eine kurze Pool-Pause zurück zum Camp. Anschließend ging es erneut auf die Suche nach Tieren. Wir hatten Erfolg und sahen Zebras, Streifengnus, Kudus und sogar einen Elefanten. Das Beste am Auto der anderen Freiwilligen war die Dachluke, durch welche man die Tiere wunderbar beobachten konnte! Doch unser Highlight des Tages stand uns noch bevor.

 Als wir durch den Park fuhren, sahen wir zwei Autos die am Straßenrand parkten – ein Zeichen für ein seltenes Tier. Wir stellten uns neben sie und konnten unseren Augen nicht glauben, als wir einen Leopard sahen, der sich hinter einem Busch im Schatten aufhielt!

Anschließend wollten wir noch eine letzte Wasserstelle besuchen, bevor es zurück zum Camp gehen sollte. An der Wasserstelle war nicht besonders viel los und so machten wir uns auf den Rückweg. Auf dem Weg sagte Lasse „Der Leopard läuft nachher über eine Straße“ wie sehr er Recht behalten sollte, erwies sich nur wenige Minuten später. Der Leopard lief unbekümmert nur wenige Meter von unserem und anderen Autos über die Straße! Mein absolutes Highlight des gesamten Wochenendes!

Als wir zurück im Camp angekommen waren, gingen wir alle zusammen essen. Es war sehr lecker und wir konnten uns an Impala-Fleisch, welches echt unglaublich lecker schmeckt, satt essen! Anschließend ging es zur beleuchteten Wasserstelle und wir hatten wieder unglaublich Glück, da wir auch diesen Abend ein Nashorn zu Gesicht bekamen – Was ein toller Abschluss für einen wunderbaren Tag voll einmaliger Ereignisse!

12
Sonnenuntergang im Etosha-Nationalpark
Auch am nächsten Morgen machten wir uns direkt nach dem Sonnenaufgang auf den Weg. Wir sahen eine Giraffe beim Essen und eine weitere an einer Wasserstelle. Dort sahen wir auch eine große Herde Zebras und Streifengnus.

13
beliebte Wasserstelle
Nachdem wir uns von den anderen Freiwilligen verabschiedet hatten, verließen wir das Halali Camp Richtung „Von Lindequist Gate“. Und so wie es kommen musste, sahen wir auf dem Rückweg nochmal Löwen (einen Löwen und vier Löwinnen) – wir sind schon echte Glückspilze!

Nach zweistündiger Fahrt verließen den Nationalpark mit einem lachenden und weinendem Auge, lachend, weil wir einfach unfassbar viel Glück hatten und richtig seltene Tiere gesehen haben und weinend, weil wir den Nationalpark verlassen mussten.

Aber ich bin mir sicher, dass ich diesen unglaublich schönen Nationalpark nochmal besuchen werde!

dsc01619
Teil der Etosha-Crew (Kilian & Lasse)

Der Alltag in Eenhana

Nun bin ich schon einen ganzen Monat in Eenhana und langsam kehrt der Alltag ein. So habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt von den Kindern als „Sir Luc“ oder „Sir Luca“ angesprochen zu werden. Auch mit den Namen der Kinder klappt es immer besser und das ein oder andere Wort OshiKwanyama (so wird der Dialekt, welcher hier gesprochen wird genannt) hab ich auch schon drauf. So heißt „Ongaipi? – Nawa.“ „Wie geht’s dir – gut.“, auch fußballspezifische Wörter wie „paasa“ (passen) oder „fanga“ (schießen) beherrsche ich schon, aber es gibt noch viel zu lernen! Aber das wird kein Problem sein, denn fast alle Menschen denen ich begegnet bin, sind offen, freundlich und freuen sich wenn man versucht ein bisschen OshiKwanyama zu reden. Ich fühle mich echt gut aufgehoben hier in Eenhana!

Aber nun etwas genauer zu unserem Alltag. Nachdem wir die erste Woche ohne unsere Vorfreiwilligen mit einem erfolgreichen Ferienprogramm gemeistert hatten, ging es in der zweiten Woche schon wieder mit der Schule los. Nachdem wir den Lehrern und Schülern unserer neuen Schule, der Paulus Hamutenya Primary School, vorgestellt wurden, ging es auch schon relativ schnell los.

Alle Lehrer sind total nett und hilfsbereit, so halfen sie uns beispielsweise in der ersten Woche die Lesson Preparation, ein Dokument über die Unterrichtsinhalte, auszufüllen und haben auch sonst immer ein offenes Ohr für unsere Fragen. Der Sportunterricht ist, im Vergleich zu Deutschland, schon anders. Das liegt zum einem daran, dass die Klassen viel größer sind, so hat unsere größte Klasse 46 sogenannte „learners“ (Namlish, für Schüler), zum anderen an den limitierten Ressourcen, v.a. von Sportmaterial. Trotzdem macht der P.E. Unterricht Spaß und besonders die kleineren Kinder kommen immer aus ihren Klassenzimmern gerannt und rufen voller Vorfreunde „P.E. time, P.E. time!“. Wie in Deutschland gibt es auch einen Lehrplan, den sogenannten „Syllabus“, an den wir uns halten sollen und so planen wir Woche für Woche was wir so mit den Schülern machen werden. Unsere typische Unterrichtstunde beginnt mit einer Runde rennen und anschließenden Dehnen. Danach wird das vorgegebene Thema, wie beispielsweise Athletics oder Gymnastics, behandelt. Insgesamt haben wir 16 Stunden P.E. Unterricht pro Woche, wobei eine Stunde 40 Minuten geht. Da wir an einer Primary School arbeiten, unterrichten wir von der ersten bis zur siebten Klasse.

3
Der Sportplatz der Paulus Hamutenya Primary School

Nach einer kleinen Mittagspause beginnt der zweite Teil unserer Arbeit – das Fußballtraining. Dieses findet für mich und meine Teams im Eenhana Stadium statt. Es gibt eine große Tribüne, wo Jeanine und ich einen kleinen Abstellraum für Bälle, Hüttchen und Leibchen haben, welcher gleichzeitig als Treffpunkt vor dem Training fungiert. Auch hier gibt es einen Sandplatz, doch die Kinder können auch auf Sand super spielen! Insgesamt hab ich drei Teams, Team A (Jahrgang 2002/2003), Team B (Jahrgang 2004/2005) und Team C (2006/2007/2008) die ich über die Woche verteilt von jeweils 15 Uhr bis 17 Uhr trainiere. Das Training macht richtig viel Spaß, die Kinder sind sehr lernwillig und motiviert. Sie sind mir schon richtig ans Herz gewachsen!

Mit dem Team B hatte ich am letzten Wochenende auch mein erstes Turnier, es war ein sehr großes Turnier hier in Eenhana, dem „Eenhana Circuit Annual Sport Tournament 2017“. So kamen die, von RB Leipzig gesponserten, Trikots das erste Mal zu Einsatz – und sie sollten Erfolg versprechen.

4
Neue Trikots

Nach der Gruppenphase, die wir mit 2 Siegen und 2 Niederlagen als Gruppenzweiter abschlossen ging es ins Halbfinale. Die Mannschaft spielte echt gut auf, aber der Ball wollte einfach nicht ins verflixte Tor gehen. Und so kam es wie es kommen musste – Elfmeterschießen. Da es echt viele Zuschauer gab standen meine Jungs unter großen Druck, doch sie behielten einen kühlen Kopf und konnten das Elfmeterschießen für uns entscheiden!

Im Finale stand uns dann eine in Gruppen- und K.O.-Phase ungeschlagene Mannschaft gegenüber. Nachdem uns die erste Halbzeit gehörte und wir einige Chancen vergaben, zeigte der Gegner in der zweiten Halbzeit sein ganzes Potential auf, doch meine Mannschaft warf sich in jeden Ball hinein und verteidigte richtig stark. Nach der regulären Spielzeit stand es also wieder 0:0. Im Elfmeterschießen mussten wir uns dieses Mal geschlagen geben, der gegnerische Torhüter war einfach zu gut. Doch keiner aus der Mannschaft ließ den Kopf hängen, denn niemand hätte uns den zweiten Platz zugetraut. Daher feierten wir den zweiten Platz gebührlich und holten uns bei der Siegerehrung unsere Silbermedaillen ab! Über das Wochenende sind wir wirklich nochmal mehr zu einem Team zusammengewachsen.

Wo wir gerade bei Wochenenden sind, für uns gibt es nicht so wirklich Wochenende, da es am Samstag ab und zu einen Spieltag von „Galz und Goals“ gibt und am Sonntag das „Open program“, ein Programm für alle Kinder die in keinem Team sind, ansteht. Aber manchmal nutzten wir das Wochenende auch um zu Louisa und Kilian (Basketballfreiwilige des ASC und DOSB) nach Ongwediva zu fahren (1 ½ Stunden Fahrt mit dem Taxi). Einmal waren wir für die TradeFair da, eine große Expo wo viele lokale und nationale Unternehmen ihre Produkte vorstellten und wo man lecker essen konnte. Das andere Mal haben wir bei einem Basketballturnier ausgeholfen.

11
Aushelfen beim Basketballturnier 

Ja, im Norden von Namibia und vor allem in Eenhana gibt’s immer echt viel zu tun! Ich hoffe ihr könnt euch meinen Alltag hier nun besser vorstellen und seid mir nicht allzu böse wenn es mal längere Zeit keinen Blogeintrag gibt.

Beste Grüße aus dem sonnigen und heißen (40 Grad Celsius) Eenhana,

Euer Luca

Die erste Woche in Eenhana

Nachdem wir uns von der langen Reise ausgeruht hatten und unser Zuhause für das nächste Jahr begutachtet hatten (sehr schöne Wohnung!), lernten wir unsere Vorfreiwillige Jan und Eva endlich persönlich kennen. Mit den beiden ging es dann gleich zur Paulus Hamutenya Primary School, der Schule an welcher wir das nächste Jahr die Lehrer*innen beim Sportunterricht unterstützen werden. Wir wurden den Lehrern vorgestellt und schauten uns die Schule genauer an. Am Nachmittag trainierten Eva und Jeanine mit den Mädchenteams und Jan und ich stießen später hinzu. Anschließend spielten wir noch mit dem Männerteam ein Fußballspiel und dann war unser erster Tag in Eenhana auch schon vorbei.

IMG_3188
Das Stadion von Eenhana – unser täglicher Arbeitsplatz

Der Dienstagvormittag bestand größtenteils daraus, dass wir mit Yuri (unser Chef in Eenhana), Eva und Jan durch die Stadt fuhren und wichtige Menschen kennenlernten, wie beispielsweise den Sportverantwortlichen der Stadt. Danach begannen Jan und ich mit der Planung der von uns gegründeten Eenhana Youth Soccer League (Schulliga für Eenhana). Der Nachmittag verlief dann relativ entspannt, wir (Jan und ich) machten noch ein paar Besorgungen und duellierten uns im Gameshop bei der einen oder anderen Runde FIFA 17.

Und FIFA 17 bestimmte auch größtenteils den nächsten Tag, denn gegen Mittag startete dann das lang geplante FIFA-Turnier in der Schule. Nach der regen Beteiligung (20 Teilnehmer) ging das Turnier, nach gespielter Qualifikation und Viertelfinals, gegen Einbruch der Dunkelheit in die Pause. Tagsüber waren noch zwei ehemalige Freiwillige, Hanna und Merle, gekommen und so gab es mit allen Freiwilligen, den beiden und ein paar Freunden einen netten Pizzaabend mit einem kleinen FIFA-Turnier, was Jeanine und ich für uns entscheiden konnten.

Am Donnerstagmorgen ging es dann mit dem Kids-Turnier weiter. Das Finale wurde in einem hochemotionalen Elfmeterschießen entschieden. Als wir zuhause ankamen, wartete eine große Überraschung auf uns – vor unserer Wohnung stand der sehnlich erwartete Spiegel! Am Nachmittag ging es dann in den Park von Eenhana wo die Lehrer eine Farewell-Party für Jan und Eva geplant hatten. Wir halfen bei der Zubereitung von Tomaten-Zwiebel-Salat und unterhielten uns nett mit den Lehrern. Bald war auch das traditionelle Braai-Fleisch fertig. Besonders lecker fand ich die Boerewors (Afrikaans für Bauernwurst, eine zur Schnecke gerollte Bratwurst). Das leckere Essen, die netten Menschen und tollen Gespräche ließen den Nachmittag/Abend schneller vergehen als einem lieb war.

Der Freitagmorgen startete, bedingt durch die lange Feier am Vorabend, ein wenig später. Wir gingen zur Schule, an der gerade alle Kinder ihre Zeugnisse für den „term“ erhielten (In Namibia ist ein Schuljahr in drei „terms“ unterteilt). Als sich die Kinder in ihre wohlverdienten Ferien verabschiedet hatten, setzten Jan und ich unsere Arbeit an der Liga fort und erstellten Vorlagen für die Spielerpässe und Teamregistrierung. Hierbei möchte ich nochmal auf mein Spendenkonto hinweisen. Spenden würden helfen, dass die Liga einen erfolgreichen Start hat und sich kontinuierlich entwickeln kann. Mit diesem Spendenformular kann gespendet werden.

IMG_2940
Das Logo der Liga

Nach getaner Arbeit trafen wir nachmittags dann Frederick, den Galz and Goals Koordinator für Eenhana (Galz and Girls ist ein Fußballprojekt für Mädchen). Am Abend stand dann die Fahrt zu einer Hochzeit, auf die wir von unserem Vermieter eingeladen wurden, an. Nach 40 minütiger Fahrt kamen wir im Village an. In Namibia wird, bei einer traditionellen Hochzeit, ein Tag der Braut und ein Tag dem Bräutigam gewidmet. Wir waren im Village der Braut, leider lernten wir sie, bedingt durch unsere späte Ankunft, nicht kennen. Dafür gab es sehr leckeres Essen und Trinken! Gegen elf fuhren wir dann mit vollen Bäuchen zurück nachhause und konnten während der Fahrt den atemberaubenden Sternenhimmel + Milchstraße bestaunen.

Am Samstag stand das die große Abschiedsparty für Eva, Jan und Denise (eine Rote Kreuz Freiwilige) an. Doch am Vormittag waren Jeanine und ich erstmal mit Putzen beschäftigt. Denn in Eenhana ist der Sand überall, daher muss jede Woche mindestens einmal gekehrt und gewischt werden. Nachdem unsere Wohnung wieder in neuem Glanz erstrahlte, begann auch schon die Vorbereitung für die Feier. Mit dem Fleisch, Salaten und Getränken im Gepäck fuhren wir zum Park und bereiteten das Braai vor. Dieses begann dann so gegen 15 Uhr und nach und nach kamen immer mehr Freunde von den Eva, Jan und Jeanine. Wir verbrachten echt ein schönen Nachmittag/Abend mit leckerem Essen, vielen neuen Bekanntschaften und tollen Gesprächen. Den Abend ließen wir dann in dem örtlichen Club (eher eine Bar) ausklingen.

Der Sonntag verlief dementsprechend entspannt, da wir lange ausschliefen und sonst auch nicht viel machen mussten. Es war unser letzter Tag mit Eva und Jan, welche mir schon in der kurzen Zeit sehr ans Herzen gewachsen sind, da sie uns so nett und offen empfangen haben und uns in der ersten Woche so hilfsbereit zur Seite standen! Jetzt bin ich auf die nächste Woche gespannt, denn dann sind Jeanine und ich auf uns selbst gestellt.

DSC00411

Ankunft in Windhoek und Fahrt nach Eenhana

Nachdem wir den sehnlich erwarteten Bescheid über das Visum am 15.08 bekommen hatten, ging es schon am nächsten Tag nach München. Insgesamt flogen acht Freiwillige von München aus. Wir trafen uns alle auf einer Aussichtsplattform und dann ging es schon zum Check-In. Nach einigem Hin und Her (Nick hatte bspw. 30kg anstatt der 23kg Gepäck) waren wir alle eingecheckt. Anschließend ging es noch durch die Sicherheitskontrolle und schon saßen wir im Flugzeug. Der zehnstündige Flug verging relativ schnell und ruhig, da wir über Nacht flogen.

Die erste Überraschung gab es dann als wir in Johannesburg gelandet waren, es war nämlich kalt, sehr kalt (1 Grad Celsius). In Johannesburg trafen wir die anderen Freiwilligen, die von Frankfurt aus geflogen waren und dann war Warten angesagt. Wir hatten uns ein paar Bänke gesichert, ruhten uns aus und nutzten das freie WLAN des Flughafens. Nach der langen Warterei waren wir froh als wir dann gegen 13.15 Uhr mit dem Flugzeug Richtung Windhoek abhoben. Dort angekommen mussten wir ein Einreiseformular ausfüllen und schon hatten wir einen Stempel im Pass und waren in Namibia!

3

Nachdem wir unsere Gepäckstücke abgeholt hatten, ging es mit Lea (ehemalige Freiwillige) und einem Bus mit Anhänger zu unserer Unterkunft für die nächsten drei Tage – drei kleine Häuser außerhalb Windhoeks, mitten in der Natur. Nach der Reise waren wir alle so fertig, dass wir gegen 9 Uhr müde ins Bett fielen.

Am nächsten Tag (Freitag) waren wir wieder früh auf den Socken, da wir zum Ministry of Home Affairs And Immigration mussten, um unser Visumantrag zu stellen. Nachdem wir eine dreiviertel Stunde im Ministerium verbrachten, fuhren wir durch Windhoek, besuchten die Projekte des ASCs und schauten uns die Stadt an. Gegen Mittag machten wir dann einen Stopp an der Deutsche Höheren Privatschule, an welcher gerade ein großer Basar stattfand. Es gab leckeres Essen und viele Stände für Spiele wie „Hau den Lukas!“ oder Torwandschießen. Anschließend ging es mit dem Bus zu weiteren Projekten des ASCs und nach Katutura, dem in Folge der südafrikanischen Apartheitspolitik entstanden Stadtviertel. Die Fahrt hat mich sehr nachdenklich gemacht, da man den großen Gegensatz von Windhoek zu Katutura sehen konnte. Abends gingen wir dann in Joe´s Beerhouse und aßen exotisches Fleisch, ich hatte z.B. Zebrafleisch. Danach gab es noch eine Fotosession mit meinen „Fotobuddys“ Tobias, Lasse und natürlich Kilian. Motiv war der unglaubliche Sternenhimmel und das Werkzeug die Langzeitbelichtung.

45

Der Samstag startete entspannter, wir konnten schön ausschlafen und das Seminar war auch recht entspannt. Es ging vor allem um Organisatorisches und Erste Hilfe. Mittags gab es lecker Pizza, doch das eigentliche Highlight stand noch bevor – unser erster Braai. Bevor es damit losging, machte sich ein Teil der Gruppe auf den Weg auf einen angrenzenden Berg zu wandern, um sich den Sonnenuntergang anzuschauen. Dabei sind richtig viele, schöne und witzige Bilder entstanden.

 

Als wir zurückkamen war der Grill schon an und bald darauf gab es leckeres Fleisch und Gemüse vom Grill, Salate und Brot. Danach wurde das namibische Bier probiert und für gut befunden! Anschließend gab es noch ein Lagerfeuer und der Abend verging wie im Flug.

Am Sonntag mussten die Leute aus Swakopmund und Walfishbay ganz früh aufstehen, um ihr Shuttle zu bekommen. Nach einer gebührlichen Verabschiedung konnten wir es ein bisschen ruhiger angehen, weil wir erst gegen 9 Uhr fertigsein mussten, um nach Windhoek zu fahren. Als wir dort angekommen waren, luden wir unser Gepäck aus und brachten es in die Wohnung von Debo und Jakob, die derzeitigen Freiwilligen in Windhoek. Der Tag bestand dann größtenteils aus dem Essen von Toast, Warterei und für die Nordcrew (Kilian, Louisa, Jeanine und ich) gab es noch ein Meeting mit den jeweiligen Projektleitern. Gegen 6 ging es dann zum Intercape mit dem wir, zusammen mit Louisa und Kilian, zwölf Stunden in den Norden fuhren. Als wir dann nach der langen Fahrt in Eenhana ankamen, war ich einfach nur noch froh ins Bett zu gehen.

Willkommen auf meinem Blog!

Hallo und herzlich Willkommen auf meinem Blog!

Ich bin Luca Weißflog und ab August werde ich mit weltwärts und dem ASC Göttingen von 1846 e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und der Sportjugend Niedersachsen für zwölf Monate in Namibia sein. Diese Website werde ich dafür nutzen, meine Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse mit euch zu teilen.

Viel Spaß!